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Das Kleingedruckte

 

Liebe Leserinnen und Leser,

 

Sie tun es sicherlich auch: Eines der Kästchen im Internet anklicken und bestätigen, dass man die allgemeinen Geschäftsbedingungen und Datenschutzrichtlinien gelesen hat und diese akzeptiert. Firmen wie Facebook, Instagram, WhatsApp, Google, Apple und Co. fragen uns regelmäßig danach. Und wenn man deren Dienste nutzen will, muss man einen Klick an der richtigen Stelle machen. Aber natürlich hat niemand den ganzen Sermon gelesen. Jetzt dürfen die Unternehmen Ihre persönlichen Daten „klauen“ und weitergeben.

 

Denn die Texte, um die es geht, sind zu ausführlich, zu unübersichtlich und zu komplex, als dass man sie ohne Jurastudium verstehen könnte. Dazu kommt noch eine Fachsprache, in der das Kleingedruckte formuliert wurde. Genau aus dem Grund, um es nicht zu verstehen. Das vermuten wir jetzt mal, ohne es beweisen zu können.

 

Die Nutzer hoffen: Es wird schon irgendwie gut gehen. Das gilt auch außerhalb der Datenautobahn für die Offline-Welt. Jüngst zum Beispiel auf dem Parkplatz am Bahnhof in Alfeld, als viele Kraftfahrzeughalter nicht auf dem Hackelmaschparkplatz ihr Auto abstellen konnten, weil der vom Schützenfest belegt war. Die dort angebrachten Schilder, die darauf hinweisen, dass Autos abgeschleppt werden, wenn man länger als zwei Stunden dort steht man eine Parkscheibe benutzen muss und außerdem nur als Kunde der anliegenden Geschäfte, Märkte und Restaurants dort stehen darf, sind ähnlich überfrachtet. Die Informationen stehen drauf, sind aber kaum wahrzunehmen. Man guckt lieber weg – es wird schon irgendwie gut gehen.

Das Unternehmen schleppt aber Autos tatsächlich ab, nimmt sie als „Geiseln“ und will den Besitzern erst mitteilen, wo das Fahrzeug geblieben ist, wenn ein hohes „Lösegeld“ gezahlt wurde. Das sind raffinierte Geschäftsmethoden, die dem guten, alten Räuber Lippold alle Ehre gemacht hätten. Grundsätzlich müsste man vielleicht mal darüber nachdenken, dass Märkte öffentliche Räume schaffen und das Stadtbild verändern, dann aber betonen, dass es sich um ein Privat­grundstück handele.

 

Aber zurück zum Kleingedruckten: Denn die Überschrift dieses Editorials soll an den ehemaligen Redaktionsleiter der Alfelder Zeitung erinnern, der eine gleichnamige Kolumne täglich mit kleinen Alfelder Anekdoten gefüllt hat. Das war zwischen 1992 und 2005. Er ist im Juli diesen Jahres verstorben.

 

-mm schrieb immer originell und leicht verständlich. Und es wäre wahrscheinlich unterhaltsam und lesenswert gewesen, was der Redakteur zum legalen Autoklau formuliert hätte. Übrigens: die Überschrift ist eine Reminiszenz, kein Diebstahl seines geistigen Eigentums.

 

Die SIEBEN: darf diesen Titel aber auch mit Berechtigung verwenden. Sagt man uns doch gelegentlich nach, wir würden in einer zu kleinen Schrift drucken. Aber: Wir jubeln Ihnen nichts unter und präsentieren Ihnen hinterher auch nicht die Rechnung.

 

Viel Spaß beim Lesen – vielleicht mit Lesebrille – dieser Ausgabe wünscht

Ihre SIEBEN:

 

 

 

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